Bundesministerin Bauer besucht den Kroatischen Kulturverein im Burgenland
- OEVZ
- 16. Jan.
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Aktualisiert: 17. Jan.
Kroatische Volksgruppe informiert über zentrale Anliegen zu Bildung, Förderung und Reform des Volksgruppengesetzes.
Eisenstadt/Željezno, 16. Jänner 2026 – Bundesministerin Bauer, in der Bundesregierung zuständig für die autochthonen Volksgruppen, besuchte heute den Kroatischen Kulturverein im Burgenland/Hrvatsko kulturno društvo u Gradišću (HKD). Im Rahmen des Treffens fand ein intensiver Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der kroatischen Volksgruppe statt.
Der Präsident des Kulturvereins und Generalsekretär des Österreichischen Volksgruppenzentrums Josef Buranits, der Vorsitzende des Volksgruppenbeirates für die Kroaten Harald Ladich und weitere Funktionäre Helga Machtinger, Andreas Palatin und Diethard Jurkovits des Kroatischen Kulturvereins begrüßten die Ministerin und Nationalratsabgeordneten Christoph Zarits.
Die Gespräche standen im Zeichen der langfristigen Sicherung der kroatischen Sprache und Kultur, der Stärkung der Volksgruppenrechte sowie der Verbesserung struktureller Rahmenbedingungen in Österreich.
Die Funktionärinnen und Funktionäre der kroatischen Volksgruppe nutzten den Besuch, um zentrale Anliegen zu präsentieren:
Bildungsangebot und Sprachförderung
Die kroatische Volksgruppe bekräftigte die Notwendigkeit eines vollständigen Bildungsangebots in Wien (Modell Komenský) – vom Kindergarten bis zur Matura – um Kindern und Jugendlichen eine durchgängige Ausbildung in der Volksgruppensprache auch außerhalb des autochthonen Siedlungsgebietes zu ermöglichen.
Besonderes Augenmerk lag auf der Unterstützung der Volksgruppensprachen im Rahmen der §15a‑Vereinbarung zur Elementarpädagogik. Die Vertreterinnen und Vertreter betonten, dass frühe sprachliche Förderung entscheidend für den Erhalt der kroatischen Sprache sei.
Förderungen
Die Volksgruppe fordert ab 2027 eine Rückkehr zu einem ausreichenden Förderniveau, das die tatsächlichen Bedürfnisse der kulturellen, sprachlichen und organisatorischen Arbeit widerspiegelt und auch mehrjährige Projekte ermöglicht.
Neukodifizierung des Volksgruppengesetzes
Die Vertreter der kroatischen Volksgruppe sprachen sich erneut klar für eine umfassende Modernisierung des Volksgruppengesetzes aus.
Besonders hervorgehoben wurden:
- Stärkung der Rechte der Volksgruppenvertretung gegenüber österreichischen Behörden und Institutionen (beratend und gestaltend),
- die Beseitigung bzw. Neuformulierung veralteter, unpraktischer, einschränkender und nicht zielführender Bestimmungen (Möglichkeiten der Digitalisierung, …) sowie
- die Formulierung kollektiver Rechte (mehr rechtliche Sicherheit und Handlungsspielraum).
Bundesministerin Bauer würdigte das Engagement der kroatischen Organisationen insbesondere des besuchten Kroatischen Kulturvereins speziell im Bereich Kinder- und Jungendarbeit sowie die wichtige Rolle der kroatischen Volksgruppe für die kulturelle Vielfalt Österreichs.
Abschließend unterstrich Präsident Buranits die Notwendigkeit, von bloßen Schutzbestimmungen zu einer offensiven und zukunftsorientierten Sprachenpolitik von Bund und Ländern überzugehen, um das langfristige Fortbestehen der Volksgruppen zu gewährleisten.
Die Vertreter der kroatischen Volksgruppe bedankten sich für den konstruktiven Austausch und sehen den heutigen Besuch als wichtigen Schritt zur weiteren Stärkung der Volksgruppen in Österreich.
Fotos: @HKD
Fotos: @BKA/Wenzel
Rückfragehinweis:
Hrvatsko kulturno društvo u Gradišću / Kroatischer Kulturverein im Burgenland
Dr. L. Karall Str. 23, 7000 Eisenstadt/Željezno
Mag. Josef Buranits, LL.M.
Mail: josef.buranits@hkd.at























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